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JobNet 4.0

Quast entwickelt als Projektpartner gemeinsam mit dem BIBA ein neuartiges, softwaregestütztes Produktionsoptimierungs-Tool.

An dem Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen (BIBA) entwickeln wir in Kooperation mit unserem Zulieferer FMM Finkenwerder Metall- und Maschinenbau ein neuartiges, softwaregestütztes Produktionsoptimierungs-Tool. JobNet 4.0, so der Name, orientiert sich an den Ansprüchen einer modernen und zukunftsweisenden Produktionsplanung und -steuerung (PPS). Zwei Jahre sind für die Entwicklung an dem „Entscheidungstool zur adaptiven Gestaltung von PPS-Methoden für Lohnfertiger in dynamischen Auftragsnetzen der Luftfahrtbranche“, kurz „JobNet 4.0“ geplant. Getragen und unterstützt wird das Partnerprojekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „KMU-Innovativ“. Mit dieser Initiative soll auch kleineren Unternehmen die „Teilhabe an Spitzenforschung in wichtigen Zukunftsbereichen“ wie Industrie 4.0 erleichtert werden.

Mit JobNet 4.0 flexibel und schnell auf veränderte Auftragssituationen reagieren

JobNet 4.0 soll dazu beitragen, mithilfe der richtigen Methoden Fertigungsprozesse flexibel und dynamisch zu optimieren. Es ist das erklärte Hauptziel, dank JobNet 4.0 auf stetig wechselnde Auftragslagen, neue Produktvariationen und einen steigenden Termin- und Kostendruck, der insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) fordert, umgehend reagieren zu können. „Wir rüsten uns für die Industrie 4.0“, betont Dorit Kleinrüschekamp, Mitglied der Quast-Geschäftsführung. Aus unserem täglichen Arbeitsalltag wissen wir, dass vor allem in der Luftfahrtbranche, in der stetig Produktionsaufträge vergeben werden, Flexibilität eine große Rolle spielt. Es werden Aufträge von den Flugzeugherstellern an deren Zulieferer vergeben sowie von den Zulieferern an die Lohnfertiger. Der Auftragseingang bei den Unternehmen die sich bewerben, variiert dabei sehr stark beim Auftragsvolumen und den zu produzierenden Produktvariationen. Das führt dazu, dass sowohl die Zulieferer als auch die Lohnfertiger auf ein dynamisches Projektsteuerungs-Tool angewiesen sind, mit dem die eigene Produktion optimal geplant werden kann. So flexibel, dass die Leistungsfähigkeit (Durchlaufzeit, Liefertreue und Auslastung) konstant hoch ist und die Produktionskosten möglichst niedrig bleiben.

 

„Organisationsverantwortung verlagert sich zulasten der Zulieferer“

Wir bei Quast beschäftigen derzeit rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die vorrangig namhafte Kunden aus der Luftfahrtbranche wie zum Beispiel Airbus beliefern. Dabei bedienen wir uns selbst der Leistungen verschiedener Zulieferer und Lohnfertiger und „spüren deutlich, wie sich die Organisationsverantwortung zulasten der Zulieferer verlagert.“ Aus diesem Grund haben wir selbst den Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verwaltung, Organisation und Planung gegenüber dem in der Produktion in den vergangenen vier Jahren erheblich erhöht.

 

Industrie 4.0 – Quast setzt auf eine zukunftsfähige Produktionsplanung

„Wenn wir weiter am Markt erfolgreich bleiben wollen, müssen wir uns verstärkt zukunftsfähiger Produktionsplanung- und -steuerungssysteme bedienen“, sagt Dorit Kleinrüschekamp. Mit dem JobNet 4.0 Tool können Produktionsplaner künftig flexibel geeignete PPS-Methoden in Abhängigkeit der jeweils vorliegenden dynamischen Auftragssituation auswählen. In einer Simulationsstudie und anhand eines Anforderungskatalogs bewerten die Projektpartner auf Basis vorliegender Auftragsszenarien verschiedene PPS-Methoden. Als Bewertungskriterien dienen hierbei die logistischen Kennzahlen wie Durchlaufzeit, Termintreue und Auslastung. „Die Erkenntnisse der Simulationsstudie fließen dann in die Entwicklung des softwareunterstützten Entscheidungstools ein. Es wird die situationsgerechte Auswahl von PPS-Methoden ermöglichen“, erklärt Dipl.-Wi.-Ing. Marius Veigt, JobNet-Projektleiter am BIBA. Das kompatibel zu bestehenden Softwaresystemen gestaltete Werkzeug – so das Ziel der Forschungen – kann schnell in die Abläufe der Produktionsplanung und -steuerung integriert werden und gewährleistet eine effiziente Anpassung und die Übertragbarkeit auf andere Branchen. Das im Projekt entwickelte Werkzeug wird zwar mit dem Fokus auf die Luftfahrtbranche gestaltet, soll jedoch in Zukunft auch für andere Industriezweige in modifizierter Form einsetzbar sein. Ein Umstand von dem nach Meinung aller Projektpartner perspektivisch auch Zulieferer und Lohnfertiger im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Automobilbaubranche profitieren können.